Freundlichkeit … was?

Ich war mal wieder unterwegs, diesmal in Düsseldorf. Als Hotel suchte ich mir das InterCity Hotel direkt am Bahnhof aus. Das Hotel und auch die Zimmer sind nett eingerichtet und es gibt kein Grund zur Klage. Grundsätzlich sind alle Hotels, die ich in Deutschland über ein internes Tool buchen kann, inklusive Frühstück. Ich muss auf nichts besonderes achten, denn es ist einfach so.

Heute morgen war mein letzter Tag in Düsseldorf und ich checkte aus, fragte aber, ob es in Ordnung sei, wenn ich nach dem auschecken noch frühstücken gehe, was auch laut Rezeptionistin kein Problem darstellte. Also saß ich beim Frühstück und bestellte mir einen Kaffee. Die Kellnerin schaute mich etwas schräg an, in etwa mit dem Blick, wie ich denn bei ihr nur einen Kaffee bestellen könnte. Der Kaffee kam aber prompt und ich wurde nach meiner Zimmernummer gefragt. Nicht einmal eine Minute später steht sie in einem Abstand von 2,5 Metern an meinem Tisch und fragt mit lauter Stimme, wie ich mir das denn vorstellen würde, „mit dem bezahlen“.  Ich hätte schon ausgecheckt und dürfte auch nicht mehr frühstücken. Weiter wäre bei meinem Zimmer kein Frühstück inbegriffen. Sie wiederholte dann ihre Frage, wie ich mir das mit dem bezahlen vorstellen würde und ob ich denke, bei ihr bezahlen zu können. Ich erklärte, dass es sich um ein Missverständnis handeln würde und ich bereits für das Frühstück bezahlt hätte, da es mit im Zimmerpreis ist.

Die Kellnerin stapfte davon und kam dann wieder. Wieder 2,5 Meter von meinem Tisch entfernt. Wieder mit lauter Stimme wiederholte sie alles noch einmal. Sie hätte an der Rezeption nachgefragt und ich müsse jetzt sofort bei ihr bezahlen. Während sie noch laut weiter plapperte, fragte ich mich, welchen Namen wohl so ein einfaches Gemüt hätte. Ich stehe ja auch ein wenig auf Klischees, obwohl nicht nicht daran glaube. Aber trotzdem freut es mich immer wieder, wenn diese Klischees zutreffen. Und ja, bei ihr passte auch das Klischee. Ihre Eltern hatten ihr den Namen „Mandy“ verpasst.

Wie auch immer, ich stapfte zur Rezeption. Den Kaffee, den ich noch nicht getrunken hatte, hatte ich schon auf und auf Frühstück schon längst keine Lust mehr. Die Rezeptionistin, bei der ich auscheckte und neben der sich Mandy schon postiert hatte, ließ ich links liegen und ging direkt zu dem Kollegen, der allen Anschein nach mehr auf der Pfanne hatte, als die beiden Mädels. Ich erklärte ihm die Situation und er meinte nur nach 5 Klicks in seinem Computer: „Klar ist Frühstück inklusive. Sie haben die Firmenrate“. Mandy regte sich dann noch etwas auf, faselte etwas von ihrer Liste. Aber das wars dann auch schon. Keine Entschuldigung, kein Bedauern. Nichts, außer dumme blicke.

Naja, doch! Ich bin übernächste Woche wieder in Düsseldorf, dann aber wieder im NH Hotel. Denn dort werde ich nicht dämlich, wie auf der Straße, angemacht.

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