BG Bau schreibt und schreibt…

Für viele gehört die GEZ und deren Vertreter zu der Gruppe der apokalyptischen Reiter. In die gleichen Fußstapfen tritt für mich aktuell die BG Bau.

Die BG Bau ist die Berufsgenossenschaft für die Bauwirtschaft und daher der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Ich wurde angeschrieben, da ich aktuell ein Haus baue, und darüber informiert, dass ich, bei Eigenarbeiten, jeden Helfer bei der BG Bau anzumelden hätte, um diesen mit 2 Euro die Stunde zu versichern.

Abgefragt wurden neben den obligatorischen Sachen, wie Name und Anschrift (ich frage mich, wie die es geschafft haben, mir den Brief zuzustellen), Geburtsdatum (bekomme ich Geburtstagsgeschenke von denen, oder was wollen die damit?), Name, Anschrift und Geburtsdatum meiner Frau (ich baue zwar mit ihr, wohne aber wohl nicht mir ihr zusammen?), sowie Größe des Hauses in Kubikmeter und die Gesamtkosten. Danach sollte auch jedes Gewerk einzeln aufgeführt werden.

Da die Hütte von einem Bauträger hochgezogen wird und somit nur Eigenleistungen von mir erbracht werden, ignorierte ich das Schreiben einfach. Auch einfach darum, weil mir zu viele persönliche Daten abgefragt werden. Was interessiert es eine Baugenossenschaft, was ich für die Hütte ausgebe? Interessant ist, dass diese Dinge nicht abgefragt werden, wenn man über deren Webseite einen Mithelfer anmeldet.

Knapp drei Wochen später kam ein Erinnerungsschreiben der BG Bau mit dem dezenten Hinweis, dass man, wenn ich nicht antworten würde, die Helferstunden schätzen würde und mir auf der geschätzten Grundlage dann einen Zahlbescheid zustellen würde.

Ich glaube, dieser Verein sollte mal seinen Puls fühlen. Nur weil man baut, heisst das doch nicht automatisch, dass eine Horde Freunde auf der Baustelle arbeitet? Und ich bin IT-Fuzzi. Ich habe keine Ahnung, wie man eine Heizung installiert, oder Estrich einbringt oder Netzwerkkabel einzieht. Ich bin froh, wenn die Farbe an der Wand haften bleibt.

Da auch kein Rückumschlag dem Anschreiben beilag, habe ich per Fax der Verein mitgeteilt, dass ich mit einem Bauträger baue. Aber auch, dass man mir nach §34 BDSG mitteilen möge, woher diese meine Daten habe und diese auch löschen möchte. Bisher habe ich keine Antwort bekommen. Aber eine Frist habe ich gesetzt. Nur ob ich wirklich da Energie reinstecken soll um eine Antwort zu bekommen, steht auf einem anderen Blatt.

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Oh ja, an die Briefchen von den Herrschaften kann ich mich auch noch gut erinnern. Man hat ja als Bauherr auch sonst nichts besseres zu tun, als (sinnlose) Formulare auszufüllen. Und das doppelt bis dreifach.

    Gleich zu Beginn des Baus haben wir erklärt, dass wir einen Generalunternehmer haben. Aber das scheinen die zu ignorieren.

    • Bist du sie dann irgendwie los geworden oder wie lange kamen die Schreiben? Kam denn auch die angedrohte Schätzung der Versicherungssumme?

      • Drohungen gab’s viele — welche genau weiß ich nicht mehr.

        Ich hab dann einfach bei denen angerufen und noch mal genau erläutert, dass sonst niemand baut, außer dem Unternehmen und meiner Wenigkeit. Danach war Ruhe.

  2. Wenn die genauso schlecht schätzen, wie die Energieunternehmen, dann kann das nen ganz schön hoher Bescheid werden…
    Wenn Du ruhiger schlafen willst, kannst Du immer den Anwalt Deines Vertrauens anrufen und fragen, welche Grundlage deren Schreiben haben und deren Fristen.
    Ansonsten frage ich immer, wenn man baut hat man eh keine Zeit für nichts, wie kann es sein, dass die dann noch mit so nem Papierkram daher kommen…

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